In den ersten Lebensmonaten findet ein großer Teil der Entwicklung des Babys an einem Ort statt, der viel einfacher ist, als es scheint: auf dem Boden.
Sich rollen, sich auf die Arme stützen, nach einem Spielzeug greifen, sich um die eigene Achse drehen, sich fortbewegen, krabbeln oder sich aufrichten sind Erfahrungen, die dem Baby helfen, seinen Körper kennenzulernen und zu lernen, wie es ihn einsetzt. Die Psychomotorik des Babys entwickelt sich nach und nach durch Bewegung, Wiederholung und die Interaktion mit der Umgebung.
Deshalb kann es wichtiger sein, einen sicheren Platz zum Bewegen vorzubereiten, Kleidung zu wählen, die nicht einengt, und in den Phasen vor dem Laufen auf unnötige Schuhe zu verzichten, als nach Produkten zu suchen, die dem Baby das Laufen „beibringen“ sollen.
Der Boden gibt ihm etwas, das sich kaum ersetzen lässt: die Freiheit, auszuprobieren.
Was Psychomotorik im ersten Lebensjahr bedeutet
Psychomotorik bezeichnet das Zusammenspiel von Bewegung, körperlicher Entwicklung, Wahrnehmung und der Interaktion des Babys mit seiner Umgebung.
Im ersten Jahr passiert enorm viel. Ein Baby, das anfangs komplett vom Erwachsenen abhängig ist, lernt nach und nach, den Kopf zu kontrollieren, sich zu drehen, zu sitzen, sich fortzubewegen und in vielen Fällen auch aufzustehen.
Aber dieser Prozess folgt nicht bei allen demselben Zeitplan.
Grob- und Feinmotorik: zwei Lernprozesse, die Hand in Hand gehen
Die Grobmotorik umfasst Bewegungen, an denen große Muskelgruppen beteiligt sind: den Kopf halten, sich drehen, sich hinsetzen, krabbeln, aufstehen oder laufen.
Die Feinmotorik betrifft präzisere Handlungen, etwa nach einem Gegenstand greifen, ihn von einer Hand in die andere nehmen oder Teile mit unterschiedlichen Formen handhaben.
Auch wenn beide meist getrennt erklärt werden, hängen sie ständig zusammen.
Ein Baby, das auf dem Boden liegt, muss vielleicht den Rumpf stabilisieren, um eine Hand freizubekommen und nach einem Spielzeug zu greifen. Wenn es auf einen Gegenstand zukrabbelt, kombiniert es Fortbewegung, Gleichgewicht, räumliche Orientierung und Handkoordination.
Die Entwicklung passiert als Ganzes.
Entwicklungsschritte sind kein Wettlauf
Kopfkontrolle, Drehen, Sitzen, Fortbewegen, Krabbeln, Stehen und Laufen sind einige der Fähigkeiten, die in der motorischen Entwicklung üblicherweise auftauchen.
Allerdings gibt es zwischen Babys erhebliche Unterschiede.
Zwei gleichaltrige Kinder können an unterschiedlichen Punkten stehen und sich trotzdem völlig normal entwickeln. Ständig zu vergleichen, wann ein Baby im Vergleich zu einem anderen gesessen, gekrabbelt oder gelaufen ist, kann unnötige Sorgen auslösen.
Statt einem genauen Datum hinterherzujagen, lohnt es sich, die Gesamtentwicklung im Blick zu behalten: Interesse an Bewegung, ein schrittweiser Erwerb neuer Fähigkeiten und ein relativ ausgewogener Einsatz des Körpers.
Warum der Boden das beste „Fitnessstudio“ für das Baby ist
Manchmal sucht man nach zu vielen Reizen, obwohl das Baby noch etwas viel Grundlegenderes braucht: Platz.
Auf einer stabilen, sicheren Unterlage kann es mit seinem eigenen Körper experimentieren, ohne dass ein Gerät die Position vorgibt, die es einhalten soll.
Es kann sich abstützen, drücken, Fehler machen, das Gewicht von einer Seite auf die andere verlagern und es noch einmal versuchen.
Bewegungsfreiheit
Eine Babywippe, ein Stuhl oder eine andere Sitzhilfe können zu bestimmten Zeiten am Tag nützlich sein, halten das Baby aber in festgelegten Positionen.
Auf dem Boden ist es genau umgekehrt.
Das Baby entscheidet, wohin es schaut, mit welchem Arm es nach einem Gegenstand greift, wie es sich dreht oder welche Strategie es zum Fortbewegen ausprobiert. Jeder Versuch liefert Informationen über den eigenen Körper und den Raum drumherum.
Deshalb sollte das Ziel nicht sein, das Baby direkt in die Position zu bringen, die es erreichen soll, sondern Gelegenheiten zu schaffen, damit es Schritt für Schritt selbst dorthin kommt.
Muskeln, die koordiniert zusammenarbeiten
Auf dem Boden zu sein bedeutet viel mehr, als Arme und Beine zu stärken.
Wenn das Baby versucht, den Kopf zu heben, sich zu drehen oder nach einem Spielzeug zu greifen, arbeiten Nacken, Rumpf, Schultergürtel, Becken und Gliedmaßen koordiniert zusammen.
Später, beim Fortbewegen, lernt das Baby auch, das Gewicht von einem Körperbereich auf einen anderen zu verlagern.
Kleine Erfahrungen, die spätere, komplexere Fähigkeiten vorbereiten.
Auch Hände und Füße nehmen Informationen auf
Der Kontakt mit einer Oberfläche lässt Druck, Temperatur und verschiedene Texturen spüren.
Wenn das Baby die Hände aufstützt, um sich aufzurichten, oder die Füße bei den ersten Versuchen, sich hinzustellen, bekommt das Gehirn Informationen darüber, wo der Körper ist und wie er positioniert ist.
Deshalb ist es sinnvoll, unnötige Barrieren zu vermeiden. In einer sicheren Umgebung zu Hause und bei passender Temperatur sorgen freie Füße dafür, dass sich die Zehen bewegen können und die Fußsohle direkten Kontakt zur Oberfläche hat.
Vorteile der Bodenzeit, die über das Laufen hinausgehen
Bodenzeit dient nicht nur dazu, dass das Baby früher krabbelt oder läuft. Genau genommen sollte das gar nicht ihr Ziel sein.
Ihre Aufgabe ist es, Gelegenheiten zum Bewegen und Erkunden zu bieten.
Koordination beider Körperhälften
Viele Fortbewegungsarten bei Babys erfordern die Koordination von rechter und linker Seite.
Beim Kreuzkrabbeln zum Beispiel bewegen sich Arme und Beine der gegenüberliegenden Seiten abwechselnd. Diese Art der motorischen Organisation ist eine Übung in Gesamtkoordination.
Aber die Entwicklung hängt nicht davon ab, ein einziges perfektes Muster auszuführen. Babys können im Laufe ihrer Entwicklung verschiedene Arten der Fortbewegung nutzen.
Koordination von Sehen und Bewegung
Sich auf ein Spielzeug zuzubewegen zwingt das Baby dazu, zu beobachten, wo es liegt, die Entfernung einzuschätzen und seinen Körper so zu organisieren, dass es dorthin kommt.
Das Sehen wird so vom passiven Empfangen von Reizen zu einem Teil der Handlung.
Das Baby schaut, bewegt sich, prüft das Ergebnis und passt sich wieder an. Dieses Zusammenspiel von Wahrnehmung und Bewegung wiederholt sich beim Erkunden ständig.
Orientierung im Raum
Bewegung hilft dabei, Konzepte zu begreifen, die sich noch nicht in Worte fassen lassen.
Ein Spielzeug kann nah oder weit weg sein. Ein Gegenstand kann hinter einem anderen liegen. Ein Tisch kann den geraden Weg versperren und dazu zwingen, eine andere Richtung zu suchen.
All das entdeckt man in Bewegung.
Kontrolle von Nacken, Rumpf und Becken
Vor dem Laufen steckt viel Vorarbeit.
Kopfkontrolle, Rumpfstabilität, die Fähigkeit, die Position zu wechseln, und die Koordination zwischen Ober- und Unterkörper gehören zum Prozess dazu.
Deshalb macht es wenig Sinn, nur den Moment des Laufens beschleunigen zu wollen. Die ersten eigenen Schritte sind der sichtbare Teil eines Aufbaus, der sich über Monate entwickelt hat.
Tummy Time: die Basis der Bewegung in den ersten Monaten
Die Tummy Time ist die Zeit, die das Baby wach und unter Aufsicht in Bauchlage verbringt.
In dieser Position werden nach und nach die Kopfkontrolle und das Abstützen auf den Armen trainiert.
Das heißt nicht, das Baby auf den Bauch zu legen und es lange weinen zu lassen. Die Erfahrung muss an jedes Kind angepasst werden.
Wann anfangen
Die Bauchlage kann von Anfang an eingeführt werden, in kurzen Phasen und immer unter Aufsicht.
Am Anfang muss das nicht nur auf einer Decke passieren. Das Baby kann zum Beispiel auf der Brust des Erwachsenen auf dem Bauch liegen, was den Blickkontakt fördert und die Erfahrung angenehmer macht.
Lieber kurz und öfter
Wenn ein Baby die Bauchlage noch nicht gut verträgt, ist es meist sinnvoller, die Erfahrung in kleine Momente über den Tag zu verteilen, als auf einer langen Einheit zu bestehen.
Mit der Zeit, und je mehr Kontrolle es entwickelt, kann es länger in der Position bleiben und anfangen, sich auf Unterarme und Hände zu stützen.
Spielzeug, Spiegel und Blickkontakt
Der Boden muss nicht zu einem Raum voller Reize werden.
Ein Gegenstand in erreichbarer Entfernung, ein babysicherer Spiegel oder das Gesicht einer vertrauten Person können ausreichen, um zur Bewegung zu motivieren.
Der Schlüssel liegt im Einladen, nicht im Erzwingen.
Was tun, wenn es in der Bauchlage weint?
Es kommt oft vor, dass manche Babys am Anfang protestieren.
In diesen Fällen kann man mit einer schrägeren Position anfangen, das Baby auf die Brust des Erwachsenen legen oder sehr kurze Phasen machen.
Wenn die Abwehr stark ist, anhält oder mit anderen Bewegungsschwierigkeiten einhergeht, sollte man das mit dem Kinderarzt oder Kinderphysiotherapeuten besprechen.

Krabbelarten: Es gibt nicht nur eine Art, sich fortzubewegen
Das Kreuzkrabbeln ist wahrscheinlich das Bild, das wir alle im Kopf haben: Das Baby bewegt sich auf Händen und Knien vorwärts und wechselt dabei die Gliedmaßen ab.
Aber nicht alle Babys bewegen sich so fort.
Klassisches Krabbeln oder Kreuzkrabbeln
Das Baby bewegt sich mit Händen und Knien in einem wechselnden Muster vorwärts.
Es ist eine häufige Art der Fortbewegung und erfordert Koordination, Rumpfstabilität und Gewichtsverlagerung.
Bärengang und Robben
Manche Babys bewegen sich auf Händen und Füßen vorwärts und halten dabei die Knie oben. Andere fangen an, sich mit dem Bauch nah am Boden fortzubewegen.
Unterschiedliche Strategien für dasselbe Problem: von einem Ort zum anderen kommen.
Fortbewegung im Sitzen
Es gibt auch Babys, die sich im Sitzen fortbewegen und sich dabei mit Händen und Beinen abstoßen.
Wenn ein Muster sehr asymmetrisch ist, immer über dieselbe Seite läuft oder Zweifel an der Gesamtentwicklung des Babys aufkommen lässt, lohnt es sich, das mit einer Fachperson abzuklären.
Und wenn das Baby nicht krabbelt?
Manche Babys gehen von anderen Fortbewegungsarten direkt zum Stehen und Laufen über, ohne eine klare Phase des klassischen Krabbelns.
Nicht zu krabbeln bedeutet für sich allein nicht, dass ein Problem vorliegt.
Wichtiger ist, die Entwicklung als Ganzes zu betrachten, statt einen einzelnen Meilenstein zu einer Prüfung zu machen, die alle Babys auf dieselbe Weise bestehen müssen.
So bereitest du einen sicheren und anregenden Boden vor
„Bodenzeit“ heißt nicht, das Baby auf irgendeine Fläche zu legen und abzuwarten.
Die Umgebung muss Bewegungsfreiheit erlauben, ohne unnötige Risiken zu schaffen.
Eine stabile Unterlage
Zu weiche Unterlagen können das Abstützen erschweren, weil Hände und Knie einsinken.
Eine relativ feste, saubere und ausreichend rutschfeste Basis erleichtert die Bewegung meist. Darauf kann eine passende Matte oder eine zum Spielen vorbereitete Fläche liegen.
Angenehme Temperatur
Ein zu kalter Boden kann für das Baby unangenehm sein und die Lust am Erkunden bremsen.
In solchen Fällen kann man die Fläche anpassen oder eine geeignete Unterlage verwenden, ohne den Bereich so weich zu machen, dass er die Bewegungen erschwert.
Verschiedene Texturen
Hände und Füße sind wichtige Wege zum Erkunden.
Flächen mit unterschiedlichen Texturen anzubieten kann die Sinneserfahrung bereichern, immer mit sicheren, nicht scheuernden und altersgerechten Materialien.
Die Vielfalt muss nicht extrem sein. Weiche Stoffe, glattes Holz, eine Matte oder Rasen in sicherer Umgebung bieten schon unterschiedliche Empfindungen.
Hygiene ohne Zwang
Wenn Haustiere im Haus leben, sollte man die Fläche sauber halten und auf kleine Gegenstände, Essensreste oder Dinge achten, die das Baby in den Mund nehmen könnte.
Es geht nicht um eine sterile Umgebung, sondern um eine sichere.
Spielzeug, das zum Bewegen einlädt
Das nützlichste Spielzeug für die Bewegung ist nicht unbedingt das komplexeste.
Ein attraktiver Gegenstand, der knapp außer Reichweite liegt, kann zu einer Drehung, einem Wechsel der Stützposition oder einer kleinen Fortbewegung motivieren.
Wichtig ist, dass der Reiz das Baby dazu einlädt, aktiv mitzumachen.
Wie viel Bodenzeit am Tag sinnvoll ist
Es gibt keine universelle Zahl, die für alle Babys und alle Altersstufen gilt.
Außerdem verändert sich das Konzept der Bodenzeit mit der Entwicklung. Solange das Baby gesund und aufmerksam ist
Von 0 bis 3 Monaten
In dieser Phase können kurze Momente beaufsichtigter Bauchlage eingeführt und je nach Toleranz des Babys nach und nach gesteigert werden.
Von 3 bis 6 Monaten
Der Boden wird nach und nach zu einem immer interessanteren Ort.
Das Baby kann mehr Zeit damit verbringen, Drehungen, Stützpositionen und Gegenstände in seiner Umgebung zu erkunden.
Von 6 bis 12 Monaten
Sobald Sitzen, Fortbewegen und die ersten Versuche, sich aufzurichten, dazukommen, wird der verfügbare Platz noch wichtiger.
In dieser Phase sollte der Boden Teil der täglichen Routine sein und nicht nur eine gelegentliche Aktivität.
Auch Müdigkeit gehört dazu
Gähnen, Quengeln, nachlassendes Interesse oder Schwierigkeiten, eine Aktivität fortzusetzen, können Zeichen dafür sein, dass es Zeit für eine Pause oder etwas anderes ist.
Mehr Zeit bedeutet nicht immer bessere Förderung. Auch Bewegung braucht Pausen.

Kleidung, Socken und Schuhe in der Phase vor dem Laufen
Ein Baby kann Platz zum Bewegen haben und trotzdem auf kleine Hindernisse stoßen, bei etwas so Alltäglichem wie der Kleidung.
Bequeme Kleidung, die Hüften und Knie frei bewegen lässt
Zu steife oder zu enge Kleidung kann manche Bewegungen erschweren.
Kleidung für den Boden sollte es erlauben, die Hüften zu beugen, die Beine zu spreizen, die Knie aufzusetzen und ohne Widerstand die Position zu wechseln.
Es geht nicht um spezielle Kleidung, sondern darum zu prüfen, ob die Kleidung die Bewegung mitmacht.
Barfuß zu Hause
Wenn Temperatur und Sicherheit der Umgebung es zulassen, ist Barfußsein in den Phasen vor dem Laufen eine gute Option.
Die Zehen können sich frei bewegen und die Fußsohle hat direkten Kontakt zur Oberfläche.
In dieser Phase braucht der Fuß keinen Schuh, um sich zu „formen“ oder um laufen zu lernen.
Rutschfeste Socken, wenn der Boden es erfordert
Wenn es kalt ist oder der Boden sehr rutschig, können rutschfeste Socken eine Zwischenlösung sein.
Sie sollten richtig sitzen, den Fuß nicht einengen und die Zehen frei bewegen lassen.
Eine zu große Socke, die sich um den Fuß dreht, kann die Bewegung ebenfalls behindern.
Warum ein steifer Schuh vor dem Laufen nicht hilft
In der Krabbelphase gibt es zu Hause keinen funktionalen Grund für herkömmliche Schuhe.
Eine steife Struktur bringt Gewicht mit und schränkt einen Teil der Fußbewegung ein, ohne einen Vorteil beim Fortbewegenlernen zu bieten.
Der Moment, über den ersten Schuh nachzudenken, kommt später, wenn das Laufen draußen Schutz nötig macht.
Lauflernhilfen, Hopser und Laufgitter: Hilfsmittel, die den Boden nicht ersetzen
Im Alltag gibt es Momente, in denen Familien das Baby in einem abgegrenzten, sicheren Bereich unterbringen müssen.
Das Problem entsteht, wenn solche Hilfsmittel einen großen Teil der Gelegenheiten zur freien Bewegung ersetzen.
Lauflernhilfen vom Typ „Gehfrei“
Lauflernhilfen mit Rollen bringen dem Baby das Laufen nicht bei.
Sie ermöglichen eine Fortbewegung mit einer anderen Mechanik als beim selbstständigen Laufen und können dazu führen, dass das Kind Bereiche oder Gegenstände erreicht, die normalerweise außerhalb seiner Reichweite lägen.
Aus diesen Gründen raten viele Fachleute aus Kinderheilkunde und Kinderphysiotherapie von ihrer Verwendung ab.
Hopser und ähnliche Geräte
Sie können in manchen Situationen als gelegentliche Aktivität genutzt werden, aber das Baby lange in einem sich wiederholenden Muster zu halten, ersetzt nicht die Bewegungsvielfalt, die auf dem Boden entsteht.
Das Laufgitter kann nützlich sein, hat aber Grenzen
Ein Laufgitter kann zu bestimmten Zeiten am Tag einen sicheren Bereich schaffen.
Aber je älter das Baby wird und je besser es sich fortbewegen kann, desto wichtiger ist es, ihm auch weite Flächen zu bieten, auf denen es verschiedene Entfernungen und Richtungen erkunden kann.
Das Laufgitter ist ein Hilfsmittel. Der Boden ist die Lernumgebung.
Bildschirm vs. Boden: die wahre Konkurrenz um die Bewegung
Der große Konkurrent der Bewegungszeit ist heute nicht immer die Lauflernhilfe.
Oft ist es der Bildschirm.
Ein Bildschirm kann die Aufmerksamkeit des Babys halten, ohne Fortbewegung, Hantieren mit Gegenständen oder aktives Erkunden des Raums zu verlangen.
Zuschauen ist nicht Erkunden
Auf dem Boden zwingt ein Gegenstand das Baby zum Mitmachen: beobachten, sich drehen, versuchen, ihn zu erreichen, die Stützposition wechseln und es noch einmal versuchen.
Vor einem Bildschirm kommt ein großer Teil der Informationen an, ohne dass der Körper etwas tun muss.
Dieser Unterschied ist wichtig.
Bei Babys zählt Interaktion mehr
In den ersten Jahren liefern Spielen auf dem Boden, vertraute Stimmen hören, Gesichter anschauen, Gegenstände anfassen und sich frei bewegen Erfahrungen, die ein Bildschirm nicht auf dieselbe Weise nachbilden kann.
Es geht nicht darum, perfekte Routinen aufzubauen, sondern zu verhindern, dass passive Zeit ständig die Gelegenheiten zur Bewegung verdrängt.
So baust du den Boden in den Alltag ein
Man muss keine Stunde als „Psychomotorik-Einheit“ reservieren.
Bodenzeit kann mehrmals am Tag vorkommen: nach dem Wickeln, beim Spielen, vor dem Baden oder in kleinen gemeinsamen Momenten mit der Familie.
Je alltäglicher sie ist, desto weniger fühlt sie sich wie eine Aufgabe an.
Wann zum Kinderarzt oder Kinderphysiotherapeuten
Unterschiede gehören zur Entwicklung dazu, aber das heißt nicht, dass man jedes Zeichen ignorieren sollte, das Sorgen macht.
Eine fachliche Einschätzung kann ratsam sein, wenn anhaltende Auffälligkeiten zu beobachten sind oder die Entwicklung nicht vorankommt.
Fehlende Kopfkontrolle
Wenn sich die Kopfkontrolle in den ersten Monaten nicht wie erwartet entwickelt, sollte man das mit dem Kinderarzt besprechen.
Wenig Interesse, die Position zu wechseln oder sich fortzubewegen
Nicht alle Babys krabbeln, aber fehlende Eigeninitiative bei Bewegung oder Erkundung sollte im Rahmen der Gesamtentwicklung des Kindes beurteilt werden.
Anhaltende Asymmetrien
Immer dieselbe Seite benutzen, ständig eine Gliedmaße nachziehen oder deutlich asymmetrische Positionen beibehalten sind Gründe, um nachzufragen.
Verlust von Fähigkeiten
Wenn ein Baby eine Fähigkeit nicht mehr zeigt, die es bereits sicher beherrscht hat, ist eine fachliche Abklärung empfehlenswert.
Die Zeichen müssen im Zusammenhang gedeutet werden. Eine einzelne Beobachtung erlaubt keine Diagnose, aber auch die Zweifel der Familie verdienen Gehör.
Der erste Schuh: Wann ist es so weit?
Kinderschuhe haben eine Hauptaufgabe: schützen.
Bevor das Baby draußen selbstständig läuft, ist dieser Schutz in einer sicheren Umgebung normalerweise nicht nötig.
Der Schuh kommt mit dem Bedarf, nicht mit einem Datum
Ein bestimmtes Alter zu erreichen heißt nicht, dass es Zeit für den ersten Schuh ist.
Jedes Baby entwickelt sich in seinem eigenen Tempo.
Wenn es draußen selbstständig zu laufen beginnt und Schutz vor Temperatur, Schmutz oder Oberflächen braucht, die es verletzen könnten, bekommt der Schuh eine Funktion.
Flexibel und leicht
Ein erster Schuh sollte keine Rüstung sein.
Eine leichte, flexible Konstruktion lässt den Fuß an der Bewegung teilhaben, ohne ständig gegen den Widerstand des Schuhs ankämpfen zu müssen.
Die Sohle sollte die Beugung des Fußes beim Schritt mitmachen.
Eine Zehenbox, die zur Form der Zehen passt
Der vordere Bereich braucht genug Platz, damit die Zehen nicht zusammengedrückt werden.
Eine breite Zehenbox lässt die Zehen in ihrer Position und bietet Platz für ihre kleinen Bewegungen beim Auftreten.
Dünne Sohle ohne unnötige Sprengung
Eine dünne Sohle verringert den Abstand zwischen Fuß und Boden und vermeidet zu viel Material unter dem Fuß.
Außerdem hält ein Design ohne Höhenunterschied zwischen Ferse und Vorfuß den Fuß auf einer flachen Basis.
Eine Passform, die mitgeht
Der Schuh darf aber auch nicht locker sitzen.
Eine breite Zehenbox heißt nicht, mehrere Größen größer zu kaufen oder den Fuß im Schuh rutschen zu lassen. Die Passform muss den Schuh stabil halten, ohne einzuengen.
Modelle wie Lejan One® Kids gehen genau von dieser Idee aus: den Fuß bei den ersten Schritten draußen zu schützen, mit einer leichten, flexiblen Konstruktion und einer Zehenbox mit Platz für die Zehen.
Der Schuh bringt das Laufen nicht bei. Seine Aufgabe ist viel einfacher: begleiten, wenn Schutz nötig wird.

Häufige Fragen zu Psychomotorik, Boden und Schuhen
Ist es schlimm, wenn mein Baby nicht krabbelt?
Nicht unbedingt. Es gibt verschiedene Arten der Fortbewegung, und manche Babys haben keine klare Phase des klassischen Krabbelns.
Wichtig ist, die Gesamtentwicklung im Blick zu behalten und nachzufragen, wenn anhaltende Asymmetrien, fehlende Fortschritte oder andere Zeichen auftreten, die Sorgen machen.
Bis wann ist Bodenzeit sinnvoll?
Der Boden bleibt auch nach den ersten Schritten ein Ort zum Spielen und Bewegen.
Mit dem Alter ändern sich die Aktivitäten: erst Drehen und Abstützen, dann Fortbewegen, Aufrichten, Gleichgewichtsspiele, Rennen und Springen.
Sollte das Baby zu Hause barfuß sein?
Wenn Temperatur und Sicherheit des Bodens es zulassen, kann es barfuß bleiben.
Auf kalten oder rutschigen Böden können rutschfeste Socken verwendet werden, die den Fuß nicht einengen und die Zehenbewegung nicht behindern.
Wann sollte man das erste Paar Schuhe kaufen?
Wenn das Baby draußen selbstständig zu laufen beginnt und Schutz braucht.
Beim Krabbeln oder den ersten Fortbewegungen zu Hause sind Schuhe nicht nötig, nur weil das Baby ein bestimmtes Alter erreicht hat.
Helfen Lauflernhilfen, früher zu laufen?
Die Lauflernhilfe bildet das Muster des selbstständigen Laufens nicht nach und ersetzt nicht das Lernen, das beim Positionswechsel, beim Fortbewegen auf dem Boden, beim Hochziehen mit Halt und beim Üben des Gleichgewichts passiert.
Außerdem erhöhen Lauflernhilfen mit Rollen das Risiko von Unfällen im Haushalt, weshalb von ihrer Verwendung weitgehend abgeraten wird.
Wie lange ist Bauchlage sicher?
Die Bauchlage sollte nur stattfinden, während das Baby wach ist und beaufsichtigt wird.
Man kann mit kurzen, häufigen Phasen anfangen und sie je nach Alter, Toleranz und Entwicklung des Babys nach und nach steigern. Beim Schlafen sind immer die Empfehlungen zum sicheren Schlaf zu befolgen, die medizinisches Fachpersonal gibt.
Entwicklung braucht Platz, keine Eile
Die Psychomotorik des Babys zu begleiten heißt nicht, jeden Meilenstein früher erreichen zu wollen.
Es heißt, die Bedingungen zu schaffen, damit es erkunden kann.
Ein sicherer Boden. Zeit. Kleidung, die Bewegung zulässt. Gegenstände, die Neugier wecken. Freie Füße, wenn die Umgebung es erlaubt. Und wenn das Laufen draußen Schutz nötig macht, ein Schuh, der die Bewegung begleitet, statt sie vorzugeben.
Denn in den ersten Monaten, bevor es laufen lernt, lernt das Baby etwas noch Wichtigeres: wie sein eigener Körper funktioniert.
Teste dein Wissen
Beantworte die Fragen, um dein Wissen zu testen.
1. ¿Qué espacio favorece más el movimiento libre del bebé?
2. Cuando el bebé todavía no camina, lo más recomendable es…
3. ¿Qué característica es importante en el calzado durante los primeros pasos?
4. ¿Todos los bebés alcanzan los hitos motores a la misma edad?
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